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Konjunktur- und Marktkommentare

Warum Anleihen im ausgewogenen Portfolio wieder an Bedeutung gewinnen

Anleihen spielen im ausgewogenen Portfolio wieder eine wichtigere Rolle: Höhere Renditen machen sie erneut zu einer potenziellen Ertragsquelle und einem wichtigen Diversifikationsbaustein.
Warum Anleihen im ausgewogenen Portfolio wieder an Bedeutung gewinnen
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Über viele Jahre hinweg sahen Anleger nur wenige Gründe, Anleihen gegenüber Aktien zu bevorzugen. Die Renditen waren niedrig, die Ertragschancen begrenzt. Aktien schienen der attraktivere Weg zu sein, um langfristig Vermögen aufzubauen. Anleihen galten häufig vor allem als stabilisierender Baustein im Portfolio. Die Marktturbulenzen des Jahres 2022 stellten jedoch selbst diese Rolle infrage, als auch viele qualitativ hochwertige Anleihen deutliche Verluste verzeichneten.

Der Ausgangspunkt hat sich jedoch verändert. Die Ereignisse des Jahres 2022 waren die Folge einer langen Phase historisch niedriger Renditen. Inzwischen rangieren die Anleihenrenditen mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau wie die Aktienerträge, bieten attraktives Einkommen, neuerliche Diversifikation und eine bessere Vorhersehbarkeit des künftigen Renditepotenzials. Selbst vor dem Hintergrund des jüngsten globalen Renditeanstiegs können Anleihen potenziell ausreichend Erträge bieten, um damit verbundene Kursrückgänge teilweise auszugleichen. Zudem hat sich der breite Anleihemarkt insgesamt als widerstandsfähig erwiesen.

Dennoch halten viele Portfolios an den Annahmen der Jahre 2010 bis 2022 fest. Wenn man die heutigen Anlagebedingungen betrachtet, spricht unseres Erachtens jedoch vieles dafür, den Anteil von Anleihen zu erhöhen und Portfolios, die stark an den Aktienmärkten investiert sind – und damit hohen Aktienrisiken unterliegen – wieder stärker ins Gleichgewicht zu bringen. Da die Renditen fast so hoch sind wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, haben Anleihen das Potenzial, Portfolios Erträge zu bescheren, wenn die Konjunkturstärke anhält, und als Stoßdämpfer zu agieren, wenn sich das Wachstum verlangsamt.

In diesem Artikel gehen wir auf die häufigsten Fragen von Anlegern über ausgewogene Portfolios ein.

Abbildung 1: Seit Ende 2023 sind Anleihenrenditen mit Aktienerträgen vergleichbar

Liniendiagramm, das die zukünftige Gewinnrendite (1 Jahr) des S&P 500 mit derjenigen des Bloomberg US-Aggregate Index von 1990 bis 2026 vergleicht. Die beiden Renditekurven sind seit Ende 2023 weitgehend vergleichbar. Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 20. August 2026.
Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 20. August 2026. Die Anleihenrenditen werden durch die Yield-to-Worst des Bloomberg US Aggregate Index abgebildet.

Abbildung 2: Die Anfangsrenditen von Anleihen waren historisch ein guter Indikator für die künftig zu erwartenden Renditen

Streudiagramm, das eine enge historische Beziehung zwischen der Anfangsrendite des Bloomberg US Aggregate und seiner durchschnittlichen Jahresrendite über die folgenden fünf Jahre zeigt. Aktuell liegt diese Rendite für beide Kurven bei etwa fünf Prozent (optisch hervorgehoben). Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 27. August 2026. Daten von Februar 1990 bis Juli 2026.

Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 27. August 2026. Die Daten (aktuelle Rendite und durchschnittliche Jahresrendite der nächsten fünf Jahre) beziehen sich auf den Zeitraum Februar 1990 bis Juli 2026. Die vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Abbildung 3: Der Zusammenhang zwischen Aktienbewertungen und künftigen Erträgen ist weniger eindeutig

Streudiagramm, das eine relativ schwache historische Beziehung zwischen der zukünftigen Gewinnrendite (1 Jahr) des S&P 500 und seiner durchschnittlichen Jahresrendite über die folgenden fünf Jahre zeigt. Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 27. August 2026. Daten von Februar 1990 bis August 2026.

Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 27. August 2026. Die Daten (erwartete einjährige Gewinnrendite und durchschnittliche Jahresrendite der nächsten fünf Jahre) beziehen sich auf den Zeitraum Februar 1990 bis August 2026. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Die Herausforderung wird durch die ungewöhnlich hohe Konzentration am US-Aktienmarkt noch vergrößert. Da die Indexperformance von einer Handvoll Unternehmen abhängt (die ihrerseits den Risiken im Technologiesektor stark ausgesetzt sind), könnte das Aktienengagement unter dem Strich weniger diversifiziert sein, als es scheint. Folglich nehmen Anleger das volle Abwärts- und Klumpenrisiko von Aktien für eine im Vergleich zu erstklassigen Anleihen relativ begrenzte zusätzliche Renditeerwartung in Kauf.

Das soll natürlich nicht heißen, dass Anleihen zwangsläufig besser abschneiden werden als Aktien, sondern dass sich ihre erwarteten Renditen nun besser vergleichen lassen, während die Risikoverteilung ebenso wie die Vorhersehbarkeit der Renditen eine andere ist.

Abbildung 4: Seit Jahrzehnten boten US-Staatsanleihen tendenziell eine Absicherung bei längeren Börsenbeben

Streudiagramm, das die Renditen des S&P 500 mit denen von US-Staatsanleihen vergleicht. Die Renditen von US-Staatsanleihen korrelierten nur wenig mit positiven Aktienerträgen, schnitten aber während Phasen mit stärkeren Kursrückgängen bei Aktien im Allgemeinen besser ab; das zweite und das dritte Quartal 2022 sind Ausnahmen (optisch hervorgehoben). Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 30. Juni 2026. Basierend auf dem Bloomberg US Treasury Total Return Unhedged USD Index; Quartalsdaten von 1990 bis zum zweiten Quartal 2026 ohne 2008 und 2009.

Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 30. Juni 2026, basierend auf dem Bloomberg US Treasury Total Return Unhedged USD Index. Die Jahre der globalen Finanzkrise (2008 und 2009) sind nicht berücksichtigt. Die Beobachtungen erfolgen vierteljährlich von 1990 bis zum zweiten Quartal 2026. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Anders ausgedrückt: Die Diversifikationsvorteile der Duration werden bei massiven Kursverlusten am deutlichsten sichtbar, nicht aber bei jedem Anflug von Volatilität. Ein vorübergehender Einbruch der Aktienkurse, der sich nicht auf die Erwartungen an das Wachstum oder die Geldpolitik auswirkt, sagt wenig über die Absicherungsfähigkeit der Duration aus.

Abbildung 5: Höhere Anfangsrenditen trugen historisch zur risikobereinigten Performance ausgewogener Portfolios bei

Balkendiagramm, das die annualisierten Sharpe- und Sortino-Quoten für 80 Prozent Aktien und 20 Prozent Staatsanleihen sowie 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Staatsanleihen vergleicht. Beide Portfolios hatten in den 1990er-Jahren positive Quoten und leicht negative von 2000 bis 2007. Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026. Aktien werden durch den S&P 500 Index repräsentiert, Anleihen durch den Bloomberg US Treasury Total Return Unhedged USD Index.

Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026. Aktien werden durch den S&P 500 Index abgebildet; Anleihen werden durch den Bloomberg US Treasury Total Return Unhedged USD Index abgebildet. Die vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Zwar ist eine ähnliche Entwicklung wie im Jahr 2022 möglich, allerdings müssten hierfür viele Trends zusammentreffen – außerdem würden sich Anleihen, die nominal mit 4,5 Prozent rentieren, in einem solchen Szenario ganz anders verhalten als Anleihen mit einer Rendite von 2,0 Prozent. Des Weiteren mutet das Ausgangsniveau der realen Renditen heute wesentlich gesünder an. Als die US-Notenbank ihre Zinsen im Jahr 2022 erstmals anhob, lag die reale (bzw. inflationsbereinigte) Rendite zehnjähriger Staatsanleihen im negativen Bereich (bei rund -1,0 Prozent). Heute rangiert sie mit etwa 2,4 Prozent am oberen Ende ihrer Spanne der letzten zwei Jahrzehnte.

Abbildung 6: Trotz der sich verschlechternden Haushaltslage sicherte die Duration die Portfolios Anfang der 1980er-Jahre weiterhin gegen konjunkturelle Abschwünge ab

Liniendiagramm, das das US-Haushaltsdefizit mit der Rendite von zehnjährigen US-Staatsanleihen von 1980 bis 1984 vergleicht. Das Defizit vergrößerte sich, während die Staatsanleihen-Renditen während und nach den Rezessionen der frühen 1980er-Jahre sanken. Quelle: U.S. Congressional Budget Office, National Bureau of Economic Research, Bloomberg und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026.
Quelle: U.S. Congressional Budget Office (CBO), Rezessionsdaten des National Bureau of Economic Research (NBER), Bloomberg und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026.

Somit gelangen wir zu der Schlussfolgerung, dass das fiskalpolitische Risiko für Anleiheninvestments (und die breiteren Märkte) noch immer relevant ist. Zugleich hält eine Verschlechterung der Haushaltslage die Duration in Zeiten der Konjunkturschwäche nicht unbedingt davon ab, ihre Aufgabe – die Absicherung des makroökonomischen Risikos – zu erfüllen. In Zeiten des Abschwungs würden eine schwächere Nachfrage, eine größere Produktionslücke und ein Inflationsrückgang vermutlich zu niedrigeren Zinssätzen führen. Hochwertige Durationspositionen könnten also selbst dann an Wert gewinnen, wenn das langfristige Gleichgewichtsniveau der Renditen erhöht bleibt.

Mit anderen Worten können sich sowohl die lang- als auch die kurzfristigen Argumente als wahr erweisen. Die Renditen könnten in den nächsten zehn Jahren im Schnitt über jenen der vergangenen zehn Jahre liegen und in Rezessionen dennoch ausreichend zurückgehen, um eine attraktive Portfolioabsicherung zu bieten.

Abbildung 7: Niedrige Anfangsrenditen und synchronisierte Inflationsschocks lösten 2022 einen globalen Abverkauf von Anleihen aus

Liniendiagramm, das die kumulierten Gesamtrenditen für zehnjährige Staatsanleihen in sechs Industrieländermärkten im Jahr 2022 zeigt. Alle sechs Märkte verzeichneten Rückgänge, wobei Japan deutlich weniger Einbußen erlitt als die anderen Länder. Quelle: Bloomberg, Haver und PIMCO; Stand: August 2026. Die Erträge basieren auf der aktuellsten zehnjährigen Staatsanleihe des jeweiligen Landes.

Quelle: Bloomberg, Haver, PIMCO; Stand: August 2026. Die Daten veranschaulichen die Gesamtrendite der zuletzt emittierten Staatsanleihen der jeweiligen Länder mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Die heutige Ausgangslage ist stärker diversifiziert. Unterschiede in Wachstum, Inflation, Fiskalpolitik und geldpolitischen Reaktionsfunktionen bieten mehr Spielraum bei der Länderauswahl, der Kurvenpositionierung und bei Relative-Value-Entscheidungen (siehe Abbildung 8). Anleger werden heute für ein Durationsengagement besser entlohnt und verfügen über mehr Möglichkeiten, ihre Durationsüberzeugungen aktiv umzusetzen als während der synchronen Marktanpassung im Jahr 2022.

Abbildung 8: Größere makroökonomische Ungleichheiten haben das Chancenspektrum für ein aktives Durationsmanagement erweitert

Liniendiagramm, das die kumulierten Gesamtrenditen für zehnjährige Staatsanleihen in sechs entwickelten Märkten von Ende 2024 bis August 2026 zeigt. Die Performance schwankte stark zwischen den einzelnen Ländern, wobei die USA positiv und Japan deutlich negativ abschnitten. Quelle: Bloomberg, Haver und PIMCO; Stand: 31. August 2026. Die Erträge basieren auf der aktuellsten zehnjährigen Staatsanleihe des jeweiligen Landes.

Quelle: Bloomberg, Haver, PIMCO; Stand: 31. August 2026. Die Daten veranschaulichen die Gesamtrendite der zuletzt emittierten Staatsanleihen der jeweiligen Länder mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Abbildung 9: Im Jahresverlauf 2022 wurden die realen Anleihengewinne aus dem vorangegangenen Jahrzehnt zunichtegemacht

Liniendiagramm, das die inflationsbereinigten kumulativen Gesamtrenditen für den S&P 500 Index und den Bloomberg US Aggregate Index von Ende 2009 bis Juli 2026 zeigt. Der S&P 500 legte um fast 500 Prozent zu, während der Anleihenindex leicht unter seinem Ausgangsniveau endete. Quelle: Bloomberg und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026. Basierend auf dem Bloomberg US Treasury Total Return Unhedged USD Index.

Quelle: Bloomberg, PIMCO. Stand: 31. Juli 2026; basierend auf dem Bloomberg US Treasury Total Return Unhedged USD Index. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie und kein zuverlässiger Indikator für künftige Ergebnisse.

Abbildung 10: Die Aktienallokationen der US-Haushalte haben ein Rekordhoch erreicht

Liniendiagramm, das die Bestände privater US-Haushalte an Unternehmensaktien und Anleihen von 2000 bis Anfang 2026 zeigt. Unternehmensaktien stiegen auf etwa 32 Prozent des Gesamtvermögens, während Anleihen bei etwa vier Prozent verharrten. Quelle: Bloomberg, Haver, Daten aus dem „Federal Reserve Flow of Funds“ und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026.

Quelle: Bloomberg, Haver, Daten aus dem „Federal Reserve Flow of Funds“ und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026. Festverzinsliche Wertpapiere beinhalten Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Kommunalanleihen und Anleihen der US-Behörden. Unternehmensaktien beinhalten direkt gehaltene Unternehmensaktien, einschließlich Anteile an geschlossenen Fonds, börsennotierten Fonds und börsennotierten Immobilienfonds.

Abbildung 11: US-Pensionsfonds bleiben weiterhin stark in Aktien investiert

Das Liniendiagramm zeigt private und öffentliche Pensionsbestände an Unternehmensaktien und Anleihen von 2000 bis Anfang 2026. Unternehmensaktien standen hier für etwa 32 % der Vermögenswerte, verglichen mit rund 11 % bei Anleihen. Quelle: Bloomberg, Haver, Daten aus dem „Federal Reserve Flow of Funds“ und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026.
Quelle: Bloomberg, Haver, Daten aus dem „Federal Reserve Flow of Funds“ und PIMCO; Stand: 31. Juli 2026. Festverzinsliche Wertpapiere beinhalten Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Kommunalanleihen und Anleihen der US-Behörden. Unternehmensaktien beinhalten direkt gehaltene Unternehmensaktien, einschließlich Anteile an geschlossenen Fonds, börsennotierten Fonds und börsennotierten Immobilienfonds. Der Datensatz kombiniert private Pensionsfonds, staatliche und kommunale Vorsorgefonds für Regierungsangestellte sowie bundesstaatliche Vorsorgefonds, leistungs- und beitragsorientierte Vorsorgepläne.
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