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Konjunktur- und Marktkommentare

Spreads können über öffentliche und private Märkte hinweg konvergieren – die Liquidität jedoch nicht.

Der Versuch, Private Credit handelbar zu machen, stößt auf Hürden und könnte einen zentralen Grund für Investitionen in private Assets beeinträchtigen: die Illiquiditätsprämie.
Spreads May Be Converging Across Public and Private Markets, But Liquidity Is Not
Spreads können über öffentliche und private Märkte hinweg konvergieren – die Liquidität jedoch nicht.
Headshot of Lotfi Karoui

Vorschläge, einen Sekundärhandel für private Vermögenswerte zu etablieren – oftmals befürwortet von lautstarken Kritikern der Liquidität an den öffentlichen Märkten –, sind abermals in den Vordergrund gerückt. Einige erachten eine bessere Handelbarkeit als ein Mittel gegen die wachsende Besorgnis über das Fehlen transparenter Bewertungssignale in Echtzeit bei privaten Portfolios. Andere wiederum sehen im Sekundärhandel eine Möglichkeit, das „Jump Risk“ – das Risiko plötzlicher, heftiger Preisänderungen von Direct-Lending-Portfolios, in denen Kredite üblicherweise zum Nennwert gehalten werden, bis sich ihre Fundamentaldaten verschlechtern und eine Neubewertung unausweichlich wird – abzumildern.

Diese Debatte findet vor einem bemerkenswerten Hintergrund statt. Denn an den öffentlichen Kreditmärkten ist die Liquidität derzeit so hoch wie noch nie seit der globalen Finanzkrise, während sich die Spreads zwischen weniger liquiden Direktkrediten und liquideren öffentlichen Titeln in den vergangenen Jahren deutlich eingeengt haben.

Somit stellt sich Anlegern eine grundlegende Frage: Werde ich für die Illiquidität, die ich auf privaten Märkten in Kauf nehme, angemessen belohnt? Aus unserer Sicht lautet die Antwort zumeist nein, insbesondere im Bereich der Unternehmenskredite. Das Versprechen einer höheren Sekundärliquidität bei privaten Assets wird in einigen Fällen dazu genutzt, deutlich geringere Illiquiditätsprämien bei Direktkrediten im Vergleich zu den öffentlichen Märkten zu rechtfertigen, anstatt die Anlageergebnisse tatsächlich zu verbessern.

Auf struktureller Ebene gibt es mehrere wesentliche Hindernisse, die der Schaffung einer signifikanten Liquidität im Private-Credit-Segment im Weg stehen:

  1. Genehmigungspflicht bei der Darlehensübertragung: Im Gegensatz zu den öffentlichen Märkten beinhalten viele private Kreditverträge eine Klausel, die besagt, dass Kreditnehmer jedweder Veräußerung oder Übertragung ihrer Verbindlichkeiten durch den/die eingetragenen Kreditgeber zustimmen müssen.
  2. Informationsasymmetrie: Bei privaten Krediten haben Käufer oftmals keinen Zugang zu Kreditverträgen, nachträglichen Änderungen, Sicherheitenpaketen oder standardisierten Finanzdokumenten. Diese Informationen waren von enormer Bedeutung, um Vertrauen und Liquidität an den öffentlichen Märkten aufzubauen, und liegen an den privaten Kreditmärkten von heute nur vereinzelt vor.
  3. Vertraulichkeit: Um Informationen mit potenziellen Darlehenskäufern zu teilen, sind oftmals Geheimhaltungsvereinbarungen erforderlich, was die Informationsasymmetrie noch verstärkt.
  4. Fehlende Handelsinfrastruktur: Auf den privaten Kreditmärkten mangelt es an zentralisierter Melde-, Abwicklungs- und Abrechnungsinfrastruktur – allesamt Faktoren, die für das Erreichen einer stabilen Liquidität auf den öffentlichen Märkten inzwischen unerlässlich sind. Während der Handel an den öffentlichen Märkten sowie von Privatplatzierungen gemäß Rule 144A reibungslos verläuft, bringen zahlreiche private Investment-Grade- und Direct-Lending-Geschäfte die zusätzlichen Herausforderungen einer physischen Abwicklung mit sich, die sowohl für Käufer als auch für Verkäufer aufwendig sein können.
  5. Anreize: Nicht alle Akteure auf dem privaten Markt teilen den Wunsch nach mehr Liquidität. Manche schätzen die Intransparenz der privaten Märkte, während andere die Schwankungen des Marktwerts, von denen öffentliche Märkte häufiger geprägt sind, ausklammern möchten.

Selbst wenn einige dieser Hindernisse beseitigt werden, existieren private Märkte gerade deswegen, weil viele Vermögenswerte ganz eigen sind und individuell ausgehandelt werden, was eine kontinuierliche Preisfindung erschwert und oft wirtschaftlich ineffizient macht. Versuche, diesen Märkten Liquidität aufzuzwingen, münden tendenziell in einem geringen Handelsvolumen, breiten Geld-Brief-Spannen und unzuverlässigen Preissignalen. Anstatt die Transparenz zu verbessern, rufen sporadische Sekundärgeschäfte oftmals Störungen hervor, in denen sich eher der Liquiditätsbedarf als die zugrunde liegenden Fundamentaldaten widerspiegeln.

Abbildung 1: Liquide Märkte für Privatplatzierungen gemäß Rule 144A

Quelle: Daten der US-Finanzaufsichtsbehörde FINRA, Berechnungen von PIMCO; Stand: 28. Februar 2026.

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