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The Credit Market Lens

Der Kreditmarkt im Fokus: Ein datengestützter Blick auf die Liquidität öffentlich gehandelter Kreditpapiere

Auf den verschiedenen Märkten für Unternehmenskredite lassen sich manche Anlagen leichter handeln und veräußern als andere – Unterschiede, die heute besondere Beachtung verdienen.
The Credit Market Lens: A data-driven look at public credit liquidity
Der Kreditmarkt im Fokus: Ein datengestützter Blick auf die Liquidität öffentlich gehandelter Kreditpapiere
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Wichtigste Schlussfolgerungen:

  • Die Liquidität von Unternehmensanleihen hat sich im Zuge der Weiterentwicklung der Marktstruktur verbessert. Daten zeigen ein intensiveres Handelsvolumen, eine breiter gestreute Beteiligung und niedrigere Transaktionskosten.
  • Die Anleihenbestände, die Banken halten, sind nach einer Änderung der Berechnungsmethode nicht länger ein aussagekräftiger Indikator, zumal Liquidität heutzutage immer stärker netzwerkbasiert gemanagt wird.
  • Beim Vergleich der Liquidität ist es unerlässlich, klare Unterscheidungen zwischen öffentlichen Märkten, Privatplatzierungen und echten Privatkrediten zu treffen.

Liquidität ist in den vergangenen Monaten in den Mittelpunkt von Investitionsgesprächen gerückt. Direktkredite an Unternehmen als ein Teilbereich der privaten Kreditvergabe stehen in der Kritik, da Anlage-Instrumente oft monatliche oder vierteljährliche Liquidität versprechen, obwohl sie Vermögenswerte besitzen, die in der Praxis nur schwer zu veräußern sind. Schlagzeilen über Rücknahme-Limits bei Privatkreditfonds unterstreichen, dass es sich hierbei nicht mehr nur um ein theoretisches Risiko handelt.

Vor diesem Hintergrund gab es eine anhaltende Paralleldebatte über die Liquidität auf den öffentlichen Kreditmärkten, auf denen Unternehmensanleihen gehandelt werden. Kritiker – oft Manager, die für Privatkredite werben – argumentieren, dass die Primärhändlerbanken weniger Unternehmensanleihen halten als früher und sich der Handel auf eine Untergruppe neuerer Anleihen konzentriert. Befürworter entgegnen, dass Fortschritte bei der Handelstechnologie und der Marktstruktur die Liquidität kontinuierlich verbessern.

Die Daten stützen eindeutig letztere Ansicht. Gemessen an verschiedenen, sich ergänzenden Indikatoren für Tiefe, Breite und Transaktionskosten, scheinen die öffentlichen Märkte für Unternehmensanleihen heute gesünder zu sein als zu jedem anderen Zeitpunkt seit der globalen Finanzkrise.

Abbildung 1: Die Markttiefe bleibt auf einem gesunden Niveau verankert

Line chart showing investment grade (IG) and high yield (HY) bond market depth from 2015 to 2025. High yield market depth is generally higher and more volatile than investment grade, with notable spikes around 2020–2022 before declining.
Quelle: TRACE, PIMCO; Stand: 20. März 2026
Zweitens berechnen wir zur Erfassung der Breite detaillierte Umsatzkennzahlen. Diese zeigen ebenfalls einen Anstieg der Handelsaktivität im IG- und HY-Bereich: Der Anteil des breiteren Marktindex, der in einem bestimmten Monat nicht gehandelt wird, ist stark gesunken, während der Anteil der Titel, die mehr als fünfmal gehandelt werden, gestiegen ist (siehe Abbildungen 2 und 3).

Abbildung 2: Die Kennzahlen zum IG-Umschlag zeigen eine deutliche Ausweitung der Handelsaktivität.

Line chart showing the monthly share of the investment grade (IG) index with no trades versus five or more trades from 2015 to 2026. The share with no trades declines over time, while the share with five or more trades rises steadily, indicating increasing trading activity.
Quelle: TRACE, ICE-BAML, PIMCO; Stand: 28. Februar 2026.
Drittens verwenden wir zur Messung der Transaktionskosten Geld-Brief-Spannen. Diese liegen nahe an den historischen Tiefstständen (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Transaktionskosten sind gesunken

Line chart showing the average bid ask spread for investment grade (IG) and high yield (HY) bonds, measured as a 20 day moving average, from 2015 to 2025. High yield spreads are consistently wider and more volatile than investment grade, with both declining overall despite periodic spikes.
Quelle: TRACE, PIMCO; Stand: 20. März 2026.
Wichtig bei diesen Berechnungen ist, dass wir uns auf Transaktionen von Kunden an Händler konzentrieren, die Investoren erfassen, die durch den Verkauf an die Händler eine sofortige Glattstellung ihrer Positionen (also in Echtzeit) sehen möchten.

Abbildung 4: Die Bestände alter Anleihen bei den Händlern der Federal Reserve zeigen einen Strukturbruch.

Line chart showing net dealer inventories under the old and new definitions from 2001 to 2025, measured in billions of dollars. Inventories rise sharply through the mid 2000s, peak before the financial crisis, then decline significantly and remain lower and more stable in recent years, with the new definition tracking at consistently lower levels.
Quelle: Federal Reserve Bank of New York, PIMCO; Stand: 11. März 2026.

In diesem Zeitraum haben Innovationen wie Portfoliohandel, ETFs und elektronische Plattformen die Liquidität zudem weniger bilanzintensiv und stärker netzwerkbasiert gemacht.

Eine damit zusammenhängende Kritik besagt, dass nur ein kleiner, „flüchtiger“ Teil der kürzlich emittierten Anleihen aktiv gehandelt wird. Tatsächlich zeigen die Daten von TRACE, dass die Umschlagshäufigkeit bei älteren und nicht mehr gehandelten Anleihen deutlich gestiegen ist – sowohl bei Hochzinsanleihen (HY) (siehe Abbildung 5) als auch bei Investment-Grade-Papieren (IG).

Abbildung 5: Die Verbesserung der Umschlagshäufigkeit von „alten“ Hochzinsanleihen

Line chart showing the monthly share of the high yield (HY) index with no trades by bond age from 2015 to 2025. Older bonds consistently account for a higher share of no trade months, though inactivity declines for both groups over time.
Quelle: TRACE, ICE-BAML, PIMCO; Stand: 28. Februar 2026.

Und mit der Zunahme der Liquidität bei Off-the-Run-Wertpapieren (älteren US-Staatsanleihen) wurden auch Anleihen kleinerer Emittenten – die historisch gesehen zu den am wenigsten liquiden Marktsegmenten zählten – deutlich häufiger gehandelt.

Abbildung 6 veranschaulicht diesen Punkt, indem sie den Anteil der Anleihen, die in einem bestimmten Monat nicht gehandelt werden, bei „kleinen“ Emittenten – also solchen, die in der unteren Hälfte nach der Gesamtzahl der ausstehenden Anleihen rangieren – mit dem Anteil der „großen“ Emittenten in der oberen Hälfte vergleicht. Dies zeigt, dass Emittenten mit kleineren Kapitalstrukturen nun von einem Preisfindungsprozess profitieren, der mit dem größerer Emittenten im Hochzinsmarkt vergleichbar ist. Gleiches gilt, wenn auch in geringerem Maß, für Investment-Grade-Anleihen.

Abbildung 6: Der Umsatz kleiner Hochzinsemittenten hat zugenommen

Line chart showing the monthly share of high yield (HY) bonds with no trades for small versus large capital structures from 2015 to 2025. Small capital structures consistently have a higher share of no trade months, though inactivity declines over time for both.
Quelle: TRACE, ICE-BAML, PIMCO; Stand: 28. Februar 2026.
Diese Ausweitung der Liquidität ist nicht nur für Investoren, sondern auch für Emittenten und die Gesamtwirtschaft von Bedeutung, da eine verbesserte Liquidität am Sekundärmarkt die in den Spreads enthaltene Illiquiditätsprämie verringert und, unter sonst gleichen Bedingungen, die Finanzierungskosten senkt.

Abbildung 7: 144A-Wertpapiere sind liquide und werden aktiv gehandelt, insbesondere im Hochzinssegment

Two stacked area charts showing monthly investment grade (IG) and high yield (HY) bond trading volumes from 2014 to 2025, measured in billions of dollars. In both markets, registered bonds account for the majority of trading, while Rule 144A volumes rise steadily over time. Overall trading activity increases, with greater volatility in high yield volumes.
Quelle: TRACE, PIMCO; Stand: 28. Februar 2026.

1 TRACE (Trade Reporting and Compliance Engine) ist ein Transaktionsmeldesystem, das von der FINRA für die US-amerikanischen Märkte für Unternehmensanleihen betrieben wird und im Jahr 2002 eingeführt wurde.

2 Amihud, Y. (2002): „Illiquidität und Aktienrenditen: Querschnitts- und Zeitreiheneffekte“, Journal of Financial Markets, 5 (1), S. 31–56.

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